Solar-Energie aus dem All: China errichtet Mega-Kraftwerk im Weltraum

Die Volksrepublik China will die das weltweit erste Weltraum-Solarkraftwerk errichten. Das schwerelose Objekt soll die Erde in 36.000 Kilometern Höhe umkreisen und die Energie der Sonnenstrahlen einfangen. Bei einem Erfolg des Projekts soll 2050 eine Gigawatt-Anlage folgen.

China plant Weltraum-Solarkraftwerk

Die fossilen Energieträger haben die Menschheit lange mit Energie versorgt. Der Klimawandel und Rohstoffknappheit haben inzwischen jedoch viele Menschen zum Umdenken bewegt. Deutschland will aus der Kohle aussteigen und andere Länder planen die Abwrackung ihrer Atomkraftwerke. Die Volksrepublik China will die Energie-Gewinnung sogar in die Stratosphäre verfrachten, mittels eines Weltraum-Solarkraftwerks, das ganze Städte mit Energie versorgen könnte.
Zunächst sollen mehrere kleine bis mittelgroße Kraftwerke ins All geschossen werden. Diese Phase soll von 2021 und bis 2025 andauern und als Vorbereitung für das erste Megawatt-Kraftwerk im All dienen.

Energie-Übertragung mittels Laserstrahlen

Details zu den Plänen hat die chinesische Regierung bislang nicht genannt. Denkbar ist der Einsatz großflächiger Fotovoltaikanlagen, mit denen sich das Sonnenlicht in Strom umwandeln lässt. Der soll dann per Mikrowellenstrahlung zur Erde geschickt und dort von einem Empfänger aufgenommen werden. Alternativ könnten zur Energie-Übermittlung auch Laserstrahlen genutzt und statt Fotovoltaik auf moderne Spiegel-Anordnungen gesetzt werden.
Die chinesische Wissenschaft erhofft sich von den Vorteilen des Weltalls profitieren zu können. Durch das Fehlen von Tag-Nacht-Zyklen und Jahreszeiten könne rund um die Uhr Energie gewonnen werden, so der Wissenschaftler Pang Zhihao von der China Academy of Space Technology.

Mega-Anlage doppelt so schwer wie Raumstation ISS

Für den Bau des Prototyps werden rund 1.000 Tonnen Baumaterial benötigt. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstationen ISS wiegt 420 Tonnen. China prüft derzeit Optionen, erdnahe Asteroiden als Rohstofflieferanten zu nutzen. Auch Roboter und 3D-Drucker sollen bei dem Projekt zum Einsatz kommen.

Auch auf der Erde müssen enorme Vorkehrungen für den Betrieb des Weltraum-Solarkraftwerks getroffen werden. Derzeit wird ein Netzwerk von modernsten Energie-Empfangsanlagen geplant, dass die riesigen Mengen Strom aufnehmen und in Energie umwandeln kann. Problematisch ist auch die hohe Wartungsintensität der empfindlichen Anlagen, die bislang zudem nicht erprobt sind. Die Verantwortlichen arbeiten momentan an verschiedenen Problemlösungen, bevor im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden soll. Das Mega-Solarkraftwerk soll Ende 2030 ans Netz gehen.

Veröffentlicht von Prof. Dr. Schröder

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