Stau im Weltraum: Die Situation mit den Satelliten erfordert neue Regeln

Seitdem die Sowjetunion das erste Mal einen Satelliten in das Weltraum geschossen hat, hat sich die Dichte an moderner Technologie im All mit jedem Jahr verstärkt. Heute sind es nicht mehr einzelne Satelliten, die die Erde umkreisen, sondern tausende einzelne Sonden von unterschiedlichen Unternehmen und staatlichen Stellen. Schon seit Jahren warnen Experten davor, dass der Boom bei den Satelliten im Weltall mittelfristig zu Problem führen wird. Grob gesagt befinden sich einfach zu viele von ihnen weit über unseren Köpfen. Potentiell könnte der Weltraumschrott zu einer Gefahr für die bestehenden Satelliten werden und langfristig auch für die Bewohner auf der Erde.

Kollisionen im Weltall könnten bald Normalität werden

Der Bereich rund um die Erde ist begrenzt. Satelliten können sich nur in einer bestimmten Höhe und nur auf bestimmten Umlaufbahnen bewegen. Gerade in der zivilen Forschung sind in den vergangenen Jahrzehnten immer neue Projekte gestartet worden, die dafür gesorgt haben, dass neue Satelliten in das All geschossen worden sind. Während das viele Vorteile für die Forscher und Nutzer auf der Erde bringt, ist die Realität, dass Kollisionen im Weltall schon bald zur Normalität werden können. Das ist nicht nur ein Problem in Hinblick auf die Kosten der Satelliten, sondern kann im schlimmsten Fall auch zu Abstürzen auf die Erde führen.

Eine Anekdote aus jüngerer Vergangenheit verdeutlicht das Problem: Einer der SpaceX Satelliten befand sich auf der gleichen Umlaufbahn wie ein Satellit der ESA. Bei beiden wurde rechtzeitig bemerkt, dass sie kollidieren könnten. Da es aber kein Protokoll dafür gibt, wer im Zweifel ausweichen muss, konnte nur ein Eingreifen in letzter Sekunde den Totalverlust beider Geräte vermeiden. In Zeiten, in denen sich die Zahl der Satelliten mit jedem Jahr deutlich erhöht, könnten solche Szenarien zur Regel werden.

Verkehrsregeln für das Weltall sollten bald Realität werden

Mit jedem Jahr werden mehr Satelliten in das All geschossen. Das liegt auch daran, dass es für Unternehmen inzwischen erschwinglich ist, die eigene Technik in das Weltall zu befördern. Mit der steigenden Zahl verschwindet aber auch der Platz. Dabei geht es nicht einmal nur um die aktiven Satelliten, sondern auch um den Weltraumschrott – also gerade von Projekten, die bereits eingestellt worden sind. Die verantwortlichen Länder und die Privatunternehmen müssen sich daher in der nahen Zukunft auf ein Konzept einigen, wie nicht nur Ausweichmanöver gestaltet werden, sondern wie auch vermieden werden kann, dass die Zahl der Satelliten unkontrolliert weiter ansteigt.

Veröffentlicht von Prof. Dr. Schröder

Neugier ist die treibende Kraft der Wissenschaft, Freiheit ist ihre unverzichtbare Basis. Auf diesen beiden Grundpfeilern gedeiht Erkenntnis – und damit gesellschaftlicher Fortschritt. Nur so können wir große Herausforderungen wie den Klimawandel, die Energiewende oder Volkskrankheiten bewältigen.

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