Größte Anlage zur Wasserstoff-Elektrolyse entsteht im Hamburger Hafen

Im Norden Deutschlands wird meist deutlich mehr Windstrom produziert als tatsächlich vor Ort verbraucht werden kann. Daher wird nach neuen Möglichkeiten für Speicheranlagen im großen Stil geforscht. Eine dieser technischen Möglichkeiten stellt die Wasserstoff-Elektrolyse dar. Bei ihr werden Erneuerbare Energien dazu verwendet, Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten. Das hat einige Vorteile, denn der so entstandene Wasserstoff kann vielseitig eingesetzt werden, zum Beispiel in der Produktion von Grundstoff oder auch als Treibstoff. Auch Strom kann aus ihm bedarfsgerecht gewonnen werden. Eine im Hamburger Hafen geplante Elektrolyse-Station soll eine Kapazität von 100 MW bieten, aus technologischer Sicht ein absoluter Meilenstein. Bisher aktive Anlagen bringen es auf eine maximale Kapazität von 10 MW. 

Baukosten im dreistelligen Millionenbereich

Pro Stunde könnten mit der neuen Anlage bei voller Auslastung ganze zwei Tonnen Wasserstoff hergestellt werden. Diese Menge würde ein Auto benötigen, um 200.000 Kilometer weit zu fahren, oder bildlicher ausgedrückt: 250 wasserstoffbetriebene LKW könnten jeweils 100 Kilometer weit fahren. Derzeit laufen Gespräche zwischen der Stadt Hamburg und potenziellen Investoren und Käufern, mit der finalen Entscheidung zum Bau der anlage wird noch in diesem Jahr gerechnet. Von einem „Leuchtturm“ spricht der Wirtschaftssenator Michael Westhagemann unterdessen begeistert, der hier für Hamburg und ganz Norddeutschland entstehen werde. Jedoch sind die benötigten Investitionen nach Ansicht der Planer sehr hoch, man rechnet mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Dieser Betrag wäre jedoch nicht von der Stadt Hamburg im Alleingang zu tragen. 

Vorteile für ganz Norddeutschland

Fördertöpfe der Europäischen Union und der Bundesregierung für neue Wasserstoffprojekte stehen zur Verfügung, und sie sollen auch für die Finanzierung des Hamburger Projekts angezapft werden. Im Gegenzug würde die Stadt für die notwendige Bereitstellung der Flächen sorgen. Ein Standort direkt im Hamburger Hafen wird favorisiert, da sich die Anlage gut in die Umgebung und Infrastruktur des reinen Industriegebiets einfügen ließe. Ebenfalls ideal wäre die Nachbarschaft zu weiteren visionären Projekten im Hafen, wie zum Beispiel zur geplanten Hyperloop-Strecke, die dem Transport von Waren dienen soll. Eine enge Kooperation mit den Nachbarländern beim Thema Wasserstoff ist zudem angestrebt. In absehbarer zeit soll eine Wasserstoff-Strategie der benachbarten Nordländer ausgearbeitet werden.

Veröffentlicht von Prof. Dr. Schröder

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