Die angeblichen Erfinder des Wunderdiesels werden zur Kasse gebeten

1,7 Liter reinen Dieselkraftstoffs werden aus einem Liter Wasser und einem Liter Diesel hergestellt. Kann das möglich sein? Zumindest glaubten dies chinesische Investoren und bezahlten mehrere Millionen Euro an zwei angebliche Geschäftsleute aus Papenburg und Leer. Die beiden vermeintlichen Experten hatten angegeben, diese neuartige Technologie entwickelt zu haben. Doch leider handelte es sich bei dem vermeintlichen Wunder um einen schnöden Betrug. So entschied das Landgericht Osnabrück am Mittwoch und verurteilte die beiden Angeklagten zur Rückerstattung der erhaltenen Summe an die geschädigten Investoren aus China.

Investitionssumme von 3,25 Milliarden Euro ergaunert

Die Idee war so umwerfend wie simpel: Man mische Wasser und Diesel und erhalte hochwertigen Wasser-Diesel. Ermöglicht werden sollte dieses under durch eine geradezu revolutionäre neuartige Wirbel-Wandler-Technologie. Dies überzeugte auch eine Gruppe chinesischer Investoren, die sich mittels eines Unternehmens au den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an dem revolutionären Wasser-Diesel-Projekt der beiden Norddeutschen Gauner beteiligte. Schon 2013 bezahlten die Chinesen ganze 3,25 Millionen Euro an ihre innovativen neuen Geschäftsfreunde. Dabei gingen sie fest davon aus, dass sie an einer bereits im Betrieb befindlichen Anlage zur Erzeugung des neuen Wasser-Diesels beteiligt würden.

Klage der Investoren im Jahr 2017

Mit der Zeit wuchsen jedoch die Zweifel der Investoren an der Seriosität der Dieselvermehrer. Würde die Technologie auch tatsächlich funktionieren, die ein Oberarzt aus Sibirien und ein Bauingenieur aus Russland erfunden hatten? Die in den Arabischen Emiraten gebaute Anlage zeigte nur mangelhafte und instabile Ergebnisse, und so verzögerte sich die Vermehrung von Diesel und von Kapital wieder und wieder. Bis die Investoren im Jahr 2017 die Geduld mit dem Geschäftspartner aus Osnabrück verloren und eine Klage beim Landgericht Osnabrück einreichten.

Die Angeklagten halten an ihrer Idee des Wunderdiesels fest

Nun war es an den Richtern, die Frage zu klären, ob die neue Technolgie nebst eigens dafür entwickelter Anlagen funktionieren könne oder nicht. Technische Komponenten und die Technologie selbst wurden durch einen Sachverständigen überprüft. Das Urteil fiel eindeutig aus: Bei der Entwicklung handele es sich um völligen Humbug. Die Beklagten widersprachen mit der Behauptung, dass die Technologie nur am geplanten Standort VAE funktionieren könne und dass verbindliche Testreihen nu rdurch das Mischen von 200.000 Liter Diesel und 200.000 Liter Wasser gefahren werden könnten. Sie blieben standhaft bei ihrer Aussage, dass die von ihnen entwickelte Wasser-Diesel-Technologie funktional sei. Auch nach erfolgtem Urteil gingen die Angeklagten in Berufung.

Veröffentlicht von Prof. Dr. Schröder

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