Leitfähiger Beton als Straßenbelag: Münchener Startup stellt neue Form des Induktiven Ladens vor

Das Konzept des Induktiven Ladens ist in seinen Grundzügen bereits seit längerem bekannt und wird bei Produkten wie Tablets und Smartphones bereits erfolgreich angewendet. Ebenfalls seit längerer Zeit sind etliche Bemühungen im Gange, diese Technologie auch für Elektroautos nutzbar zu machen. Zahlreiche Probleme auf dem Weg zur Lösung konnten bereits ausgeräumt werden. Zum Beispiel kann der Ladevorgang beim Auto nur dann funktionieren, wenn die Ladespule sich räumlich direkt über der Bodenspule befindet. Der Fahrer des Wagens musste also meist mehrfach rangieren, um die optimale Position zu finden. Doch für dieses Problem stellt das Münchener Startup Magment nun eine ausgeklügelte Lösung vor: Magnetischer und leitfähiger Beton kann als Straßenbelag verwendet werden. Mit seiner Unterstützung können die Autos bereits während der Fahrt wieder aufgeladen werden. 

Drei Kilometer Pilotanlagen sind etabliert

Das Geheimnis sind die Ferritpartikel, die dem Beton beigemischt werden. In ersten Tests wurde auch bereits geklärt, dass sich dies nicht negativ auf die Stabilität des Betons auswirkt. Zudem ist das Verfahren relativ kostengünstig und verteuert den Beton nur um einen sehr vertretbaren Bruchteil. Das für den Ladevorgang benötigte Ladesystem, das Magment dazu entwickelt hat, ist ungefähr ein Drittel teurer als die bisherigen Ladestationen. Diese Mehrkosten werden jedoch über die starke Verminderung der Ladeverluste auf Dauer wieder ausgeglichen. Die Ladeverluste von etwa drei Prozent sind niedriger als bei bisher etablierten anlagen. 

So besteht weltweit großes Interesse an der Entwicklung der Münchener. Pilot- und Testanlagen sind neben München auch noch in Peking, Bogotá und in Köln in Betrieb. Leider ist es jedoch im Moment noch nicht realistisch, in den nächsten Jahren ganze Autobahnen mit dem neuen Betonbelag auszurüsten. Die Erfindung könnte jedoch überall dort sehr gut eingesetzt werden, wo mit einem höheren Aufkommen von Elektrofahrzeugen kalkuliert werden kann. 

Besondere Vorteile für Elektrobusse

Stellen wir uns eine Bushaltestelle vor, die von vielen Elektrobussen angefahren wird. Die Stadt Taufkirchen in Bayern hat dieses Szenario bereits mit mehreren Alternativen durchkalkuliert. Das Ergebnis überzeugt: Wir der Bus über den herkömmlichen Stromabnehmer auf seiner Oberseite geladen, so entstehen dadurch ungefähr doppelt so hohe Kosten als wenn er den leitfähigen Beton zum Laden verwenden würde. Eine problemlose und kostengünstige Nachrüstung wäre auch bei Parkplätzen in den Bereichen der Innenstädt denkbar. Denn nach wie vor befinden sich zu wenige Ladestationen in den Innenstädten. Trotz des starken Anstiegs finden sich die dringend benötigten Ladepunkte an großen Fernstraßen und an Autobahnen. Ein großer Anteil an Fahrten mit dem Elektroauto findet jedoch nachweislich innerhalb der Stadt statt. Hier liegt ein sehr hohes Potenzial für den neuen Beton, die Ladevorgänge von Elektroautos zu vereinfachen.

Veröffentlicht von Prof. Dr. Schröder

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