McKinsey Studie: Blackouts in Deutschland werden wahrscheinlicher

Die Energiewende bleibt eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Sie bestimmt die politische Agenda und wird wöchentlich mit den Fridays for Future Protesten ins öffentliche Bewusstsein gerufen. Die Energiewende sollte hier Abhilfe schaffen und die Stromversorgung von Kohle, Öl und Gas auf Sonne, Wind und Wasser umstellen. Nach neuesten Ergebnissen einer McKinsey Studie werden diese Ziele weit verfehlt. Schlimmer noch: Die Energiesicherheit in Deutschland schwindet und es drohen massive Stromausfälle.

Seit 2012 untersucht die Unternehmensberatung alle sechs Monate, wie sich das Projekt Energiewende in Deutschland entwickelt. In der neuesten Untersuchung kommt der Energiewende-Index (kurz EWI) zu erschreckenden Ergebnissen.

Vor allem Industrieregionen im Süden und Westen unter Druck

Bis zum Jahr 2022 soll der Atomausstieg vollendet sein. Gleichzeitig sollen auch die Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden. Dieser Teil der Energiewende wird vor allem die industrialisierten Regionen im Süden und Westen des Landes besonders hart treffen. Dort wird nicht nur besonders viel Energie verbraucht. Auch die Kraftwerke, die nun nach und nach vom Netz gehen werden, befinden sich vor allem in diesen Gebieten. Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien geht in diesen Regionen nur sehr langsam voran.
Doch nicht nur die Stromversorgung steht auf der Kippe. Auch die Klimaziele können kaum noch erreicht werden. Die CO2-Emissionen, die in Deutschland 2018 noch bei 866 Millionen Tonnen lagen, sollen bis zum Jahr 2020 auf 750 Millionen Tonnen gesenkt werden. Wenn sich die bisherige Entwicklung jedoch nicht signifikant beschleunigt, wird dieses Ziel erst mit 8 Jahren Verspätung erreicht werden können. Die Klimaziele für das Jahr 2030 könnten dann erst 2046 erfüllt werden.

Windenergie und Stromnetze ausbauen

Die Lage in Deutschland spitzt sich auch deshalb zu, weil unsere Nachbarländer Belgien und die Niederlande ebenfalls von Kohleverstromung und Atomkraft abkehren. Schon heute kann Deutschland seinen eigenen Strombedarf nicht immer selbst decken und muss Energie importieren. Sollte sich der Kurs nicht radikal ändern, wird sich nach Einschätzung der Experten von McKinsey bis zur Mitte der 20er Jahre unseres Jahrhunderts die Lage stark zuspitzen. Allerdings empfehlen die McKinsey Strategen auch Maßnahmen zum Gegensteuern. So müssen vor allem die Windenergie und die Stromnetze in Deutschland massiv ausgebaut werden. Beim derzeitigen Bautempo verzögert sich der Netzausbau allerdings um 17 Jahre. In allen untersuchten Bereichen stellen die Experten Mängel fest.

Mit der Energiewende geht ein weiteres Problem einher, dass die Bürger direkt in ihrem Geldbeutel spüren. Die Preise für Strom liegt für deutsche Haushalte derzeit 45 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Mehr als die Hälfte dieses Preises sind allerdings Umlagen. Auch in diesem Bereich ist Deutschland in Europa Schlusslicht. Das größte Problem bleibt allerdings die Versorgungssicherheit. Hier sind die dringendsten Investitionen geboten, damit die Energiewende kein Fiasko wird. Ineffizienz und hohe Kosten müssen dringend beseitigt werden.

Veröffentlicht von Prof. Dr. Schröder

Neugier ist die treibende Kraft der Wissenschaft, Freiheit ist ihre unverzichtbare Basis. Auf diesen beiden Grundpfeilern gedeiht Erkenntnis – und damit gesellschaftlicher Fortschritt. Nur so können wir große Herausforderungen wie den Klimawandel, die Energiewende oder Volkskrankheiten bewältigen.

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